pakt bern - das neue musik netzwerk

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Bericht aus Donaueschingen


18. Oktober 2016


'pakt bern'-Vorstandsmitglied Roger Ziegler war für uns am jährlichen Mekka der Neuen&neuen Musik. Dort hat er zum Beispiel auch Bernhard Gander erlebt, der an unserem 'neue musik battle' am 8.12. mit von der Partie sein wird. Wir sind stolz:

Am Samstag an den Donaueschinger Musiktagen - zum ersten Mal überhaupt, und für einige zu laut: das Okkyung Lee Project mit u.a. John Butcher, John Edwards, Lasse Marhaug und Ches Smith. Überragend ein paar Stunden zuvor, zwei Uraufführungen gespielt von Steamboat Switzerland und Klangforum Wien (Dirigent Titus Engel): 'Discorde' von Michael Wertmüller und 'Cold cadaver with thirteen scary scars' von Bernhard Gander. Letzterer wird auch am neue musik battle am 8. Dezember zugegen sein!

Gander ist ein liebenswertes enfant terrible, der mit seinen volltätowierten Armen und Händen, dem kurz geschnittenen Mohawk, und dem obligaten Metal Shirt so wunderbar nicht in den Mozartsaal gepasst hat. Die Komposition, die er Steamboat Switzerland (Lucas Niggli - Schlagzeug, Marino Pliakas - E-Bass, Domink Blum- Hammond) auf den Leib geschrieben hat, zeigte deutlich auf, dass Gander seine Einflüsse beim Komponieren aus Grindcore und Death Metal bezieht.

Am Vortag gab es scheinbar (der Schreiberling war noch nicht vor Ort) noch einen anderen Konzertvortrag, der Parallelen zu sogenanntem Extreme Metal aufwies: Klaus Schedls ‚Blutrausch’ für Orchester und Elektronik ist ein betäubendes Werk über Kriegsmassaker, gespielt vom SWR Experimentalstudio und dem SWR Symphonieorchester, mit der Stimme von Moritz Eggert, dessen Gesang ganz klar dem tieftonigen Schreigesang von Death Metal angelehnt ist, wie Schedl in einem Interview auch bestätigt.

Aber zurück zum Samstag - dieser wurde im Hinterzimmer der Café Bar Twist mit einem Laptop-Konzert des österreichischen Musikers und Komponisten Curd Duca ausgeklungen. Geboten hat dieser ein ziemlich bizarres Konzert mit unzähligen Kürzeststücken zwischen abstrakter Elektronik, holprigen Loops, verfremdeten Hitlerreden, Cocktail- und Lounge-Musik. Das Publikum schwankte zwischen Amusement und Konsternation.

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