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Events

WIM Bern | 40 Jahre WIM Bern Festival | Freitag


Freitag, 11 Nov. 2022 - 19:00 Uhr


PROZESS Bern


WIM Mitglieder: 30.– (zwei Tage)
Festivalpass: 50.–
Tagespass: 30.–

Vor 40 Jahren im kleinen Kreis gegründet, steht die WIM Bern auch heute für alle neuen experimentellen Formen auf dem Gebiet aktueller Musik und Klangkunst. Das Jubiläum wird am 11. und 12. November 2022 im neuen Konzertlokal Prozess an der Bahnstrasse 44 würdig gefeiert. Der Vorstand hat betreffend Programm eine Auswahl getroffen und dabei auch Eingaben aus dem Mitgliederkreis berücksichtigt. An zwei Tagen sind insgesamt zehn Konzerte geplant. Namhafte Künstler:innen aus dem In- und Ausland, Musiker:innen, die die WIM seit den Anfangstagen prägen ebenso wie Vertreter:innen einer jungen Generation frei improvisierenden Musiker:innen, die die WIM in den nächsten Jahrzehnten prägen werden.


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Camille Emaille

Die Musik der französischen Perkussionistin Camille Emaille besticht durch eine klangsinnliche Expressivität jenseits perkussiver Stereotypen. In Emailles Händen ist das Schlagzeug nicht bloss eine eruptive Klangmaschine, deren Virtuosität sich in der Gleichzeitigkeit vieler Noten entfaltet, vielmehr sucht sie auf ihrem Instrument nach Sounds zwischen den gängigen Frequenzspektren, zieht Klänge von vermeintlich kurzer Lebensdauer in die Länge und lässt einzelnen Aktionen viel Raum. Die Vielstimmigkeit ihres Spiels bildet sich auch in ihrer musikalischen Vita ab. Nach einem klassischen Perkussionsstudium in Nizza, bildete sie sich an der Musikakademie Basel bei Christian Dierstein und Fred Frith in zeitgenössischer Musik und freier Improvisation weiter. Neben Solo-Performances, die sie oft ausserhalb tradierter Konzertlokale, in verlassenen Häusern oder Tunnels etwa, zu Gehör bringt, tourt sie mit verschiedenen Bands und ist als Perkussionistin in Ensembles für zeitgenössische Musik tätig. Ferner wirkte Camille Emaille bei Musiktheaterproduktionen von Heiner Goebbels und Michael Wertmüller im Rahmen der Ruhrtriennale mit.


Ursula Hofmann Valentina Strucelji

Ursula Hofmann & Valentina Strucelj

Die klassisch ausgebildete Berner Pianistin Ursula Hofmann ist seit 1993 Mitglied der WIM Bern, engagierte sich etliche Jahre in der WIM Zug und hatte bis 2020 das Amt der Präsidentin der Berner Werkstatt inne. Mit der slowenischen Klarinettistin Valentina Strucelj, die an der Hochschule der Künste Bern ihr Lehr- und Konzertdiplom absolvierte und heute in der Schweiz lebt, verbindet Ursula Hofmann seit 2016 eine fruchtbare musikalische und künstlerische Zusammenarbeit. Beide Musikerinnen setzen sich improvisierend mit ihrem klassischen Background auseinander und bilden im gemeinsamen Spiel ein breites Spektrum musikalischer Ausdrucksweisen ab. Sich langsam entfaltende Geräuschflächen haben darin ebenso Platz wie ekstatisch-virtuose Verdichtungen. Auch das tonale Improvisieren gehört zum Repertoire der beiden Musikerinnen. Tonale Fragmente und Reminiszenzen an klassische Idiome geistern durch die faszinierende Klanglandschaft des Duos.


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In Situ Ens.

Der musikalische Gestaltungsprozess frei improvisierter Musik beginnt nicht erst auf der Bühne. Die mitunter zentralste künstlerische Entscheidung besteht in der Zusammensetzung der improvisierenden Musiker:innen. Der Berner Saxofonist Christian Kobi, der als Organisator und künstlerischer Leiter des zoom in Festivals sowie als langjähriges Mitglied der WIM Bern zu den wichtigsten Akteuren der hiesigen Szene gehört, sucht beständig nach neuen Kooperationen und somit nach der Erschaffung neuer Kollektivklangkörper. Für das WIM-Jubiläum hat Christian Kobi eine neue kammermusikalische Grossformation mit fünf Künstler:innen aus dem In- und Ausland zusammengestellt. Die, in Berlin lebende, US-amerikanische Trompeterin Liz Allbee verbindet elektronische Sounds mit glutturalen, sprachlichen Artikulationen nachempfundenen Mischklängen ihrer Stimme und ihres Instruments. Die deutsche Pianistin Magda Mayas erkundet mit verschiedenartigsten Präparationen und Spieltechniken die irisierenden, obertonreichen Klangwelten im Inneren des Klaviers. Enrico Malatesta pflegt einen höchst fokussierten musikalischen Minimalismus und erkundet die Klänge verschiedener Perkussionsinstrumente und Objekte bis ins kleinste Detail. Der Bieler Klarinettist und Elektronikmusiker Christian Müller erschafft in seinen Performances hypnotisierende Klangsphären.


Katharina Weber

Katharina Weber gehört als Pianistin und Komponistin zu den prägendsten Künstler:innen der Bernischen Experimental- und Avantgardemusik der letzten Jahrzehnte. Nach Studien in Basel und Bern arbeitete sie mit vielen der bedeutendsten Komponist:innen der Gegenwart zusammen und brachte unzählige Werke zur Uraufführung und Ersteinspielung. Parallel zu ihrer regen Tätigkeit als Interpretin Neuer Musik, sowohl solistisch als auch in verschiedenen kammermusikalischen Formationen, schuf sie über die Jahre ein reiches kompositorisches Oeuvre, das Klavierstücke und Lieder ebenso wie Orchester- und Chorwerke umfasst. 1982 gehörte Katharina Weber zu den Gründungsmitgliedern der WIM Bern, ist bis heute als Improvisatorin in verschiedenen Konstellationen aktiv und unterrichtet Improvisationskurse an der Hochschule der Künste Bern. Katarina Webers musikalisches Wirken ist geprägt von einer einzigartigen Präzision, die im Anschlagen der Tasten ebenso wirkt wie in der Klangvorstellung und dem Errichten dramaturgischen Bögen. Diese Liebe zur kreativen Strenge verbindet Webers Musik mit dem Kosmos des grossen ungarischen Komponisten György Kurtag, dem sich Katharina Weber seit Jahren interpretierend und komponierend widmet. Mit einem Werk György Kurtags, Eigenkompositionen und verbindenden Improvisationen bringt Katharina Weber am WIM-Jubiläum die ganze Bandbreite ihrer musikalischen Tätigkeit zu Gehör.

Katharina Weber
Ester Poly


Ester Poly

Kongenial grenzüberschreitend, so liesse sich die Band Ester Poly beschreiben. Wobei sich hier gleich die Frage aufdrängt, ob jene Kategorien und Normen, die das Duo spielend und spielerisch überwindet für die Künstlerinnen überhaupt noch von Belang sind. Die in Chur geborene Bassistin Martina Berther absolvierte ihr Studium an der Jazzschule Luzern und gehört seither zu den gefragtesten und vielseitigsten Musiker:innen ihres Fachs. Die Genferin Béatrice Graf prägte als Schlagzeugerin, Multiinstrumentalistin, Komponistin und Künstlerin die Experimentaljazz, Improvisations-Szene bis weit über die Romandie hinaus und spielte auch in verschiedenen Rockbands. Seit 2013 bilden die verschiedenen Generationen und Sprachregionen entstammenden Künstlerinnen das Duo Ester Poly. Im Wirken der Band amalgamieren sich ihre verschiedenartigen und vielschichtigen Backgrounds zu einer einzigartigen musikalischen Vision. Ester Poly, das ist Punk und Avantgarde, Agitprop und Poesie, Dringlichkeit und Lust, Aktivismus und Kunst zugleich. Kurz: Ester Poly ist die Band der Stunde und die Band der Zukunft.


WIM Bern | 40 Jahre WIM Bern Festival | Freitag

Camille Emaille

perc - Camille Emaille


Ursula Hofmann & Valentina Strucelj

pn - Ursula Hofmann


cl - Valentina Strucelj


In Situ Ens.

sax - Christian Kobi


pn - Magda Mayas


tp - Liz Allbee


perc - Enrico Malatesta


cl - Christian Müller


Katharina Weber

pn - Katharina Weber


Ester Poly

dr - Béatrice Graf


b - Martina Berther