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l'art pour l'aare | Wege, die sich kreuzen


Samstag, 02 Apr. 2022 - 20:00 Uhr


Le Cap (Französische Kirche Bern)


Zum 75. Geburtstag von Max E. Keller

Eintritt frei, Kollekte

Am 19. März 2022 feiert Max E. Keller seinen 75. Geburtstag. Zu diesem Anlass sollen Konzerte in Weimar, Erfurt, Berlin, Winterthur, Bern und Basel stattfinden, wofür das junge "ensemble via nova" aus Weimar gewonnen werden konnte, welches sein Werk "klären und fokussieren" 2019 mehrmals hervorragend gespielt hat.

Die ausgewählten Werke stammen von Komponisten, welchen Keller in den vergangenen 30 Jahren auf seinen zahlreichen Reisen und Aufenthalten in Berlin begegnet ist, die ihn besonders beeindruckt

haben und mit denen er zusammengearbeitet hat. Sie beschreiten je eigene, prägnante Wege, oft sehr unterschiedlich zu Kellers Arbeiten, die dennoch wohl nicht zufällig seinen Weg gekreuzt haben.
Zudem erklingen fünf kurze Geburtstagsgeschenke der Mitglieder des Berner Kollektivs "L'art pour l'Aar", mit dem Kellers musica aperta Winterthur seit vielen Jahren zusammenarbeitet.

In "Fünf" von Johannes K. Hildebrandt agieren die 5 Akteure in unterschiedlichen Konstellationen: zusammen, gegeneinander, verknüpft und auch allein. In Max E. Kellers Solo für Bassklarinette sind sehr lange und tiefe, teils stehende, teils sich wandelnde Töne Ausgangs- und Bezugspunkt der Tonreise. Sie führt kontrastierend und sprunghaft in grosse Höhen und in schnelle Bewegungen, kehrt aber immer wieder in die archaischen, erdhaften Tiefen zurück, in Ruhephasen, wo Kräfte sich sammeln für erneute Ausflüge in höhere und teils wild bewegte Sphären. Gabriel Iranyi andererseits thematisiert in seinen "Espressioni" den Kontrast und greift daher auf die traditionellen vier Sätze zurück. So erklingen etwa im eröffnenden Lento assai wie aus dem Nichts heraus die tiefen, ausgehaltenen Töne der Bassklarinette, über denen sich allmählich Bewegungen entwickeln. In "mixed doubles" von Ralf Hoyer "treten – sportlich gesprochen – zwei Streichinstrumente gegen zwei Holzbläser an, oder zwei tiefe Instrumente gegen zwei hohe, oder... oder... Doch folgt die musikalische Struktur ihren eigenen Gesetzen, es wird kein sportliches Ereignis nachgebildet." „Rachem No (in memoriam)“ von Lukas Langlotz ist eine Trauermusik, die unter dem Eindruck des Verlustes meines langjährigen Freundes, des Sängers und jüdischen Kantors Marcel Lang, entstand. Bei „Rachem No“ handelt es sich um den dritten Segensspruch des insgesamt viergliedrigen jüdischen Tischgebets (Birkat hamason) und heisst übersetzt: „Erbarme Dich bitte“. Keller versteht "klären und fokussieren" dynamisch, als Prozess auf ein Ziel hin. Wiederholt klärt sich Diffuses in eine klare Richtung, auf ein bewusstes, einsichtiges und prägnantes Ziel hin. Doch zu unserer Zeit gehört die Diversität und Vielgestalt der Ziele, zugleich das schnelle Vergessen von anscheinend dominanten Strömungen. Daher bricht der Prozess jeweils unerwartet ab, aufs neue herrscht ein andersartig diffuser Zustand, aufs neue entsteht ein Bewegungsprozess. Erreichen eines Zieles als grosse Illusion?

Ensemble Via Nova Weimar Portrat Caren Pauli

Das ensemble via nova wurde1994 vom Weimarer Komponisten J.K. Hildebrandt gegründet, um selbstbestimmte und vielseitige Programm zu entwickeln. Seit 2016 spielt es in fester Besetzung und hat sich seither weit über die Landesgrenzen hinaus den Ruf eines exzellenten Kammermusikensembles erarbeitet. Regelmäßig ist es auf internationalen Bühnen und Festivals zu erleben. Höhepunkte waren dabei Reisen nach Italien (Città di Castello), Großbritannien (London), Südkorea (Daegu) und Polen (Danzig).


l'art pour l'aare | Wege, die sich kreuzen

mixed doubles (2009/2022) Konstellationen zu viert für Flöte, Bassklarinette, Violine und Violoncello, Uraufführung

Ralf Hoyer (1950)


alla Breve (2022) für Flöte solo, Uraufführung

Pierre-André Bovey (1942)


un FILO per Max (2022) für Violine solo, Uraufführung

Jean-Luc Darbellay (1946)


sich finden (2016) für Altflöte (G) und Violine

Max E. Keller (1947)


für Max (2022) Cello Solo, Uraufführung

Markus Hofer (1949)


Miniatur für Akkordeon - zum 75 Geburtstag von Max E. Keller

Hans Eugen Frischknecht


Lydische Landschaft (2010) für Flöte, Violoncello und Akkordeon

Helmut Zapf (1956)


Geburtstagstorten-Stück (2022) für Klarinette - zum 75. Geburtstag von Max E. Keller, Uraufführung

Ursula Gut (1955)


klären und fokussieren (2019) für Ensemble

Max E. Keller


ensemble via nova

Flöte - Marianna Schürmann


Klarinette - Moritz Schneidewendt


Violine - Nikita Geller


Violoncello - Daniel Gutiérrez


Akkordeon - Neza Torkar