pakt bern - das neue musik netzwerk

Events

«pop up concerts» | Konus Quartett und Klaus Lang


Samstag, 15 Aug. 2020 - 13:30 Uhr


Samstag, 15 Aug. 2020 - 20:00 Uhr


Samstag, 15 Aug. 2020 - 21:30 Uhr


Sonntag, 16 Aug. 2020 - 11:00 Uhr


Sonntag, 16 Aug. 2020 - 14:00 Uhr


diverse Orte in Thun, Zürich und Bern - siehe Text


Das Konus Quartett und Klaus Lang treten dieses Wochenende mit der neuen Komposition «3 Allmenden», von Klaus Lang an die Öffentlichkeit und präsentieren das Ergebnis Ihrer Zusammenarbeit. Einer Entwicklung einer musikalischen Form zwischen Komposition und Improvisation.

Samstag
13h30 THUN, Rathausplatz

17h30 ZÜRICH, Fraumünster
20h00 ZÜRICH, Seepromenade (Arboretum)
21h30 ZÜRICH, Seepromenade (nähe Chinagarten)

Sonntag
11h00 BERN, Dählhölzliwald (Koordinaten 46.9381431, 7.4554336)
14h00 BERN, Im Park des Historischen Museums

Konus
Klaus Lang

Im Verlauf der Musikgeschichte wurden die Partituren immer genauer. Je größer das “EGO” des Komponisten wurde, je mehr er sich in der Rolle des Künstlergenies sah, und je mehr der Kontrapunkt ersetzt wurde durch den Gefühlsausdruck, desto detailgenauer wurden die Partituren. Alle Aspekte der Musik und deren Ausführung sollten unter die präzise Kontrolle des genialen Komponisten kommen und möglichst vollständig in der Partitur festgehalten werden. Gleichzeitig wurde die bis dahin selbstverständliche Einheit von Musiker und Komponist langsam aufgelöst und mit dem Verbot der “entarteten” Musik im 20. Jahrhundert, einerseits die Verbindung zwischen Komponisten und Interpreten vollständig gekappt und andererseits ein Kanon geschaffen, der sich seit 70 Jahren unverändert im Kreise dreht. Durch die Verbannung der lebenden Komponisten aus dem mainstream Musikleben in kleine Nischen wurden im Musikbetrieb der großen Konzert- und Opernhäuser und der Musikhochschulen die Reliquien der toten Komponisten, nämlich deren Partituren zu Objekten quasi kultischer Verehrung. Die Einführung, Übertragung und Anwendung des protestantischen “sola scriptura” Prinzips von der Religion auf die Musik führte zu Erscheinungen wie der historischen Aufführungspraxis und Urtextausgaben: Die Partituren wurden sozusagen heilig gesprochen, die Musiker gleichen Priestern und Theologen.
Aber ist eine Partitur wirklich schon die Musik?
Wo ist die Musik? Ist sie im Kopf des Komponisten? Ist sie in der Partitur, im Konzert, im Kopf der Hörer?
Die Zusammenarbeit mit dem "konus" Saxophonquartett wie auch andere Arbeiten von Klaus Lang knüpfen auch in diesem Sinne mehr an den Partituren des 16. und 17. Jahrhunderts an: Viele dieser Partituren sind sehr einfach und klar, rechnen aber mit Musikern, die durch ihre Fähigkeiten der Diminuition und Figuration dem notierten Gerüst während der Aufführung klanglichen Glanz verleihen oder die aus ein paar Ziffern der Generalbaßnotation einen rauschender Klangteppich hervorzuzaubern imstande sind. Doch hier gilt: je klarer strukturiert und organisiert die grundlegende Struktur ist, desto mehr Freiheit gibt es für den Spieler im Augenblick der Aufführung. Musik entsteht im Moment des Erklingens aus dem Zusammentreffen von Vorgefertigtem und Spontanem als eine feine Mischung aus Determination und Freiheit. Es geht darum eine Balance herzustellen, die letztendlich einem Zweck dient: der Entfaltung der verborgenen Qualitäten und der Schönheit der Klänge.

«pop up concerts» | Konus Quartett und Klaus Lang

Klaus Lang

Harmonium - Komposition


Konus Quartett

Fabio Oehrli - Jonas Tschanz


Christian Kobi - Stefan Rolli