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notabu.ensemble neue musik (Düsseldorf) und l'art pour l'aar (Bern)


Freitag, 15 Juni 2018 - 20:00 Uhr


Französische Kirche, Chor


Das 1983 gegründete notabu.ensemble neue musik ist die Insititution zeitgenössischer Musik in Düsseldorf…

Das 1983 gegründete notabu.ensemble neue musik ist die Insititution zeitgenössischer Musik in Düsseldorf. Der zentrale Konzertraum dieser Aufgabenstellung ist die Düsseldorfer Tonhalle. Darüber hinaus ist das Ensemble in zahlreichen Gastspielen mit allen Aspekten seines Repertoires auch andernorts sehr erfolgreich in Erscheinung getreten. Konzertreisen (auch im Auftrag der Landeshauptstadt oder des Landes NRW) führten das Ensemble u.a. nach Amsterdam, Antwerpen, Berlin, Bukarest, Bytom, Chisinau, Dresden, Gent, Paris, Rotterdam und Triest.

Das Ensemble setzt sich aus hochqualifizierten freischaffenden Musikern und Mitgliedern verschiedener Orchester zusammen, die unter der künstlerischen Verantwortung des Leiters und Dirigenten Mark-Andreas Schlingensiepen unterschiedliche Konzepte in solistischer oder kammermusikalischen Besetzungen bis hin zu großen Ensembles realisieren.

Hervorzuheben sind vor allem zwei Projekte des notabu.ensembles: Das Festival „Ohren auf Europa“ (Biennale der Neuen Musik 1993-2013) und die Reihe „Na hör’n Sie mal...!“ in der Tonhalle. Für größere Projekte kooperiert das Ensemble regelmäßig mit dem Doelen Ensemble Rotterdam und dem Spectra Ensemble Gent.  

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Zu den vier Miniaturen: Die vier Miniaturen über die „Töne meines Namens“ (d-a-b-e) wurden mir 2016 von meiner Kollegin Ursula Gut und den Kollegen Pierre-André Bovey, Hans Eugen Frischknecht und Markus Hofer, die mit mir in Bern die Konzertreihe „l’art pour l’Aar“ betreuen, als musikalische „Postkarten“ zugeschickt und erklangen anlässlich der Feier meines letzten runden Geburtstages im Stadttheater Bern zum ersten Mal. In diesem Programm begleiten uns die vier kleinen Kompositionen als „Grüsse aus Bern“.

Jean-Luc Darbellay

Noelle Anne Darbellay

Dialogo per Violino, Corno (Corno delle alpi, Corno naturale e Corno francese) e complesso: Mit „Dialogo“ betitelte Galileo Galilei seinen Artikel über die Beschaffenheit der Erde. Im Gegensatz zur Vorstellung von Ptolemaeus (Erde als Scheibe) tendierte er zur Annahme der Kugelgestalt, die in der Folge zur Entdeckung der Gravitationskraft führte.

Ein heliozentrisches System war aber mit der Lehre der katholischen Kirche nicht vereinbar. Es kam zum historischen Prozess. Nachdem er öffentlich seine Vorstellungen ablehnen musste, soll er gemunkelt haben „eppur si muove“... Eine Entsprechung zum Phänomen der Anziehungskraft, die zwischen verschiedenen Massen besteht, könnte auch im musikalischen Bereich in anderer Weise vorliegen.

Die klassische Harmonielehre beschreibt zwingende Tonschritte, die sich nur durch Anziehungskräfte der einzelnen Akkorde zueinander erklären lassen. Nachdem anfangs des 20. Jahrhunderts die bisherige Musiktheorie zu bröckeln begann, wurde Debussy gefragt, was denn seine Musik im Innersten zusammenhalte. Er antwortete: „Je ne le sais pas. Ce sont des liens mystérieux“. In der Folge entstanden in der Neuen Musik Tonaggregate, die durch Verdichtung und Verdünnung neue Wechselwirkungen erzeugten.

In meinem Stück Dialogo kreist die wendige Violine oft „elliptisch“ um Zentraltöne des bezüglich Klangstärke und tonlicher Präsenz dominierenden Horns. Allerdings sind die klanglichen Qualitäten der drei verwendeten Horntypen sehr verschieden. Das Alphorn, für den heutigen Komponisten ein Albtraum, kann nur ganz wenige Obertöne „sauber“ beitragen. Dafür ist der Klang extrem tragfähig, man hört in den Bergen Hirten, die über bestimmte kleine Motive (ähnlich jenen der im Raume kommunizierenden Jäger) mit ihren Kollegen Kontakte pflegen, bis zu einer Entfernung von 10 bis 15 km sehr deutlich.

Das vorgeschriebene Naturhorn (aus Mozarts Zeit stammend) ist dagegen sehr introvertiert, da viele Töne durch Stopfen mit der Hand entstehen und natürlicherweise entsprechend leise sind. Das moderne Ventilhorn ist bezüglich seiner Vorgänger eine „Erlösung“, sowohl für den Bläser wie für den Komponisten, alle Töne stehen ohne wesentliche Einschränkungen zur Verfügung. Der Dialog, der durch den spannenden Kontrast der beiden Solisten entsteht, wird vom Ensemble mit grosser Anteilnahme verfolgt und entsprechend „kommentiert“. Die Verwendung dieser drei Hörner im selben Stück (ich hatte sie schon in meinem Hornkonzert „Trittico“ eingesetzt) darf als weitere Première im Bereiche der Hornkonzerte betrachtet werden. J-L.D

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notabu.ensemble neue musik (Düsseldorf) und l'art pour l'aar (Bern)

"Na hör'n Sie mal…!"

Thomas Blomenkamp

Szene für Oktett


Ursula Gut

Miniatur über d-a-b-e für Violine solo


Hans Eugen Frischknecht

Miniatur über d-a-b-e für Horn solo


Mark-Andreas Schlingensiepen

romanzero mit Geistervariationen für Streichquartett


Pierre-André Bovey

Miniatur über d-a-b-e für Horn solo


Markus Hofer

Miniatur über d-a-b-e für Violine solo


Jean-Luc Darbellay

DIALOGO per violino, corno (corno delle alpi, corno naturale e corno francese) e complesso (UA)


notabu.ensemble neue musik

Solo-Violine - Noëlle-Anne Darbellay


Solo-Alp-, Natur- & Ventilhorn - Olivier Darbellay


Ensemble - notabu (Düsseldorf)


Leitung - Mark-Andreas Schlingensiepen