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Kunst ist der Notschrei


Samstag, 27 Jan. 2018 - 20:00 Uhr


Le Cap (Französische Kirche)


Das Ensemble Polysono gastiert in Bern mit einem anspruchsvollen, farbigen und kontrastreichen Programm

„Kunst ist der Notschrei jener, die an sich das Schicksal der Menschheit erleben. Die sich mit ihm auseinandersetzen. Die nicht stumpf den Motor „dunkle Mächte“ bedienen, sondern sich ins laufende Rad stürzen, um die Konstruktion zu begreifen. Die nicht die Augen abwenden, um sich vor Emotionen zu behüten, sondern sie aufreißen, um anzugehen, was angegangen werden muss. Die aber oft die Augen schließen, um wahrzunehmen, was die Sinne nicht vermitteln, um innen zu schauen, was nur scheinbar außen vorgeht. Und innen, in ihnen, ist die Bewegung der Welt, nach außen dringt nur der Widerhall: das Kunstwerk.“ (Arnold Schönberg: „Aphorismen“ In: „Die Musik“, IX, 4. Quartal, 1909, Seite 159)

Warum machen Menschen Kunst? Warum komponieren, schreiben, dichten, malen sie? Warum musizieren, schauspielern, rezitieren und tanzen sie? Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Große Meisterwerke hingegen entstehen meistens als Reaktion auf eine innere Notsituation. Aus existenzieller Not, die nicht immer gleichzusetzen mit materieller Not. Jemand kann materiell gesichert sein, aber dennoch innerlich unruhig sein, nicht mit dem Leben zurechtkommen, die Vergänglichkeit nicht aushalten. Das Resultat der inneren Unruhe eines Künstlers und seines inneren Drängens ist ausdrucksstarke Kunst, Kunst als Aufschrei, ein berührendes Kunsterlebnis, das an das Existenzielle rührt. –René Wohlhauser 

Msp 0024 Klein Polysono 1
Kunst ist der Notschrei

Mira schinak für Sopran, Flöte und Klavier (2006), auf lautpoetische Texte des Komponisten, Ergon 33, Musikwerknummer 1307

René Wohlhauser (*1954)


Traumgesicht für Stimme allein (1971), aus: «... inwendig voller Figur ...» für Chorstimmen, Lautsprecher, Tonband und grosses Orchester (1970/71), Text aus der Johannes-Apokalypse VIII, 10, 11; IX, 1, 2; IX, 6 (in memoriam Klaus Huber)

Klaus Huber (1924-2017)


Gedankenflucht für Violoncello und Klavier (1995), Ergon 22

René Wohlhauser


Rechant für Klarinette solo (2008)

Heinz Holliger (*1939)


Trio Nr. 2 für Flöte, Klarinette und Violoncello (2017) Ergon 63, Musikwerknummer 1809, UA

René Wohlhauser


Charisma für Klarinette und Violoncello (1971)

Iannis Xenakis (1922-2001)


Im lauteren Sein für Sopran, Bariton, Flöte, Klarinette und Violoncello (2017), auf ein Gedicht des Komponisten, Ergon 64, Nr. 2, Musikwerknummer 1816, Klaus Huber in memoriam, UA

René Wohlhauser


Sopran - Christine Simolka


Flöte - Tatiana Timonina


Klarinette - Andriy Bandurin


Violoncello - Vladislav Smirnov


Bariton, Klavier, Leitung - René Wohlhauser