pakt bern - das neue musik netzwerk

Events

flash! 2021 - sonority and spirit


Samstag, 23 Okt. 2021 - 14:30 Uhr


Münsterturm - Münsterplatz - Krypta St. Peter&Paul


flash! – sonority and spirit verbindet den Untergrund der Kirche St. Peter & Paul in der Rathausgasse mit dem festen Boden der historischen Pflastersteine des Münsterplatzes und den Höhen des Himmelsgewölbes im Berner Münsterturm. Sonore und geistige Verbindungen dazwischen werden gespannt.

Eintritt frei, Kollekte
Zutritt nur mit COVID-Zertifikat und amtlichem Ausweis.

Wiederum zu Beginn des Winters, diesmal vor dem Münster und auf dem Münsterturm: pakt bern- das neue musik netzwerk präsentiert den flash! (sonority and spirit). Flash (also Blitz, Lichtsignal etc.) steht für den jährlich stattfindenden Anlass von pakt bern. Der Jahresevent von pakt bern bietet heuer ständige Musik, Performances und eine bespielbare Klanginstallationen, die frei und unentgeltlich zu besichtigen und auszuhorchen sind. Das Münster wird zum riesigen, individuell begehbaren Klangraum: unten auf dem Münsterplatz und hoch oben im spektakulären Gewölbesaal und mit der Krypta der Kirche St. Peter&Paul erweitert im Untergrund.

Auftretende Künstler*innen «Ausgezeichnete Männer-Maschinen-Musik» Titelte Radio SRF2 über das Duo Cod.Act aus La Chaux- de-Fonds, welches für ihre computergesteuerten Klang-Installationen den Schweizer Grand Prix Musik 2019 erhielt. Cod.Act ist einer der renommiertesten Acts der Schweizer Musikavantgarde. André und Michel Décosterd haben «keinen Plan, aber instinktiv Radikales im Sinn, als sie vor 20 Jahren begannen, nach einer künstlerischen Sprache zu suchen», wie SRF2 weitersagt. Ihre intuitive Suche führte sie zu einer Synthese zwischen Klang, Installation und Bewegung. André Décosterd ist der Musiker, Michel Décosterd der Ingenieur. Cod.Act forschen zwischen Musik, Mensch und Maschine, und tun das auf so anschauliche Art und Weise, das einem der Schrecken vergeht, der ihren Produktionen zuweilen auch innewohnt.

Profile Codact

Für den flash! (sonority and spirit) reisen Cod.Act mit der Installation Von Roll Twist nach Bern. André und Michel Décosterd schreiben über ihre neueste Kreation: «An langen elastischen Schnüren befestigt, kämpft ein Individuum (Maky Gôrôcä) darum, sie loszuwerden, indem es sich verdreht. Die Bewegungen der Schnüren erzeugen elektroakustische Klänge. Der Gefangene wird zum Musiker.» Bei Von Roll Twist handelt es sich um eine alte Skilifttrommel, die von Von Roll hergestellt wurde. Diese Vorrichtungen sind extrem stark und präzise. Die Vorrichtungen werden mit Sensoren ausgestattet, die die Geschwindigkeit und die Richtung des Seilverlaufs messen und die als Kontrolleinrichtung verwendet werden können. Der/die Spieler*in bewegt sich durch Ziehen und Loslassen des Seils bis zu einer Entfernung von 10 Metern durch eine Reihe von Kompositionen aus konkreten Klängen, gesprochenen Texten und Musik.

Für den flash! (sonority and spirit) spielt das ensemble proton bern die Komposition «Earth Ears: A Sonic Ritual» der Amerikanischen Komponistin Pauline Oliveros. 1983 geschrieben, erkundet dieses «deep-listening» Stück die Feinheiten des Raum-Zeit Kontinuums. In den 8 Ecken des Oktagons - dem Gewölbesaal des Berner Münsters - verteilt, werden die 8 Ensemblemusiker*innen in einen strukturierten improvisatorischen Dialog treten. Weit über den Dächern der Berner Altstadt, laden wir das Publikum ein, durch diese Klanginstallation zu wandeln und der Musik Oliveros in dieser speziell schönen Akustik zu lauschen.

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Das Olivier Darbellay – Hornquartett spielt Werke für 1-4 Hörner des Komponistenkollektivs l'art pour l'Aar, gemäss dem Motto des Festivals «Zwischen Himmel und Erde» und als Einführung: Olivier Messiaen «Appel interstellaire» für Horn solo aus dem Stück «Du Canyon aux étoiles"»; Werke von Ursula Gut, Pierre-André Bovey, Jean-Luc Darbellay, Hans Eugen Frischknecht, Markus Hofer und Alfred Schweizer.

Werner Hasler und Münstergeläut «Nachklang»: Die Münsterglocken läuten, fast unmerklich mischen sich, im Himmelsgewölbe im Turm, Artefakte in den Klang. Wenn das Münstergeläut dann ausklingt, fängt der Nachklang an.

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War es früher das Visionäre, die Stimmen körperloser Weiser in Orakeln zu hören, fragen wir heute Siri oder Alexa. In «Prop-hectics» (für Stimme, Live-Elektronik, Bewegungssensoren, Lautsprecher) spielt Franziska Baumann mit dem Konzept der virtuellen Stimmen, indem sie die Rollen und unsere Beziehung zu ihnen untersucht. Das Stück lädt die Zuhörer*innen ein, über diese Themen mitzudenken und einem Zusammenspiel von Körper, Stimmklang und Raum zu lauschen.

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Am Ursprung jeder Schöpfung steht eine Idee. Das künstlerische Resultat lässt jedoch nicht immer direkt auf diesen Ursprungsgedanken zurückschliessen. Was passiert nun aber, wenn man am Ende startet und vom fertigen Produkt bis zu seinem Anfang zurück geht? Die Bratschistin Léa Legros Pontal beleuchtet die Entstehung des Werkes, indem sie 2 Sätzen der Ligeti Sonata eigene Improvisationen gegenüberstellt.

Christoph Mahnig «Spaces» für Trompete Solo ist ein improvisiertes Konzeptstück. Es geht einerseits um verschiedene klangliche ‚Orte‘ und Klänge des Instruments Trompete, andererseits um die Stille, respektive die Geräuschkulisse des Konzertortes. Verschiedene akustische Orte auf dem Instrument kontrastieren mit der Atmosphäre der Live-Situation.

Als letzte Location im Tagesprogramm wird das Publikum gebeten, in den Untergrund der Kirche St.Peter&Paul (Krypta) in unmittelbarer Nähe zum Münster zu steigen. Was hier zu hören sein wird, ist im ursprünglichen Gedanken subversiv. Auf vier Klavieren wird das Kukuruz Quartet Kompositionen des 1980 verstorbenen und nahezu in Vergessenheit geratenen Komponisten Julius Eastman zur Aufführung bringen. Eine Musik, die „in keine Schublade – aber unbedingt in unsere Zeit“ passt (Malte Hemmerich in Deutschlandfunk, 07.10.20). Die strukturelle Benachteiligung von People Of Color und Homosexuellen Menschen in unserer Gesellschaft wurde von Eastman explizit thematisiert und im Titel des programmierten Stücks „Evil Nigger“ verbalisiert. In der Komposition „Gay Guerilla“ verarbeitet Eastman die Melodie des Luther-Chorals „Eine feste Burg ist unser Gott“. Die Aufführung in sakralem Umfeld der katholischen Kirche sorgt für einen bewusst kreierten Denkanstoss und verbindet, im besten Fall versöhnt, das irdische Dasein.

Theaterspektakel 1 Michelle Ettlin

mit freundlicher Unterstützung durch:

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flash! 2021 - sonority and spirit

Programm

14.30 (Münsterplatz)

Cod.Act »VonRolltwist»


15.00 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Münstergeläut (Betglocke)


15.05 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Werner Hasler «Nachklang»


15.20 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Franziska Baumann «Prop-hectics»


15.45 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Olivier Darbellay Hornquartett «Appel interstellaire»


16.45 (Münsterplatz)

Cod.Act »VonRolltwist»


17.15 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Münstergeläut (Silberglocke, Betglocke, Armsünderglocke, Predigtglocke)


17.30 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Werner Hasler «Nachklang»


17.45 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Léa Legros Pontal «Idée Fixe»


18.05 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Christof Mahnig »Spaces»


18.30 (Münsterplatz)

Cod.Act »VonRolltwist»


19.00 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Münstergeläut (Betglocke, Armsünderglocke, Predigtglocke, Mittagsglocke)


19.15 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Werner Hasler «Nachklang»


19.30 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Franziska Baumann «Prop-hectics»


20.10 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Léa Legros Pontal «Idée Fixe»


20.30 (Münsterturm Gewölbesaal, Oktagon)

Ensemble Proton Bern «Earth Ears - A Sonic Ritual»


22.00 (Krypta St. Peter&Paul)

Kukuruz Quartett -plays Julius Eastman