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Die existenzielle Triebkraft der Musik Ensemble Polysono


Samstag, 21 Feb. 2026 - 20:00 Uhr


Le Cap (Französische Kirche)


Predigergasse 3, 3011 Bern


Neue Musik

4 Foto Polysono 2026

Welches sind wichtige Fragen und Aufgaben in der aktuellen zeitgenössischen Musik? Musik als Gestaltung von Zeit im Klangraum, als kurzer Moment, in dem die Vergänglichkeit der Zeit durch die Präsenz des Klanges aufgehoben scheint. Musik, die angesichts einer schwierigen Weltlage Mut, Zuversicht, Hoffnung und Kraft gibt und dies in einer existenziellen Dringlichkeit. Das Schaffen von hybriden Klangwelten, in denen das Visionäre und das Reale, das Physische und Virtuelle, das Sinnliche und das Intellektuelle miteinander verschmelzen.

Das Ensemble Polysono präsentiert in seinem neuen Programm Möglichkeiten der künstlerischen Auseinandersetzung mit konkreter Lebenswirklichkeit und surrealen Klangbildwelten. Dies bringt die Zuhörenden in engen Kontakt mit dem akustischen Raum und der darin wahrgenommenen Zeit. Die Kompositionen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen analogen und digitalen Sphären und reflektieren die Schnelllebigkeit und die Reizüberflutung und ihre Auswirkungen auf die Zukunft. Werke von Klassikern der Moderne und Uraufführungen neuer Werke beleuchten mit künstlerischen Mitteln verschiedene Seiten des Seins in der Zeit und reflektieren kritisch die Funktion von Kunst und Kultur in der heutigen Zeit.

Das „Ensemble Polysono“ aus Basel ist spezialisiert auf die Aufführung anspruchsvoller zeitgenössischer Musik und unternimmt jedes Jahr Tourneen durch die Schweiz und einige größere Städte in Europa (u.a. Basel, Bern, Zürich, München, Berlin, Wien, London). Die Programme enthalten sowohl Uraufführungen als auch Wiederaufführungen qualitativ erstklassiger und relevanter Werke. Im Zentrum der Programme stehen immer innovative Ideen und Konzepte, die ihre Spannung aus der dialektischen Auseinandersetzung zwischen verschiedenen ästhetischen Standpunkten beziehen. „Die Vielfalt der Klänge als Programm, das ist schon so etwas wie der Leitfaden des Ensembles Polysono. Diese Basler Formation fällt immer wieder auf mit farbigen und kontrastreichen Programmen.“ (Schweizer Radio DRS, 17.2.2011.)

René Wohlhauser

Pierre Boulez (1925-2016): Aus den Douze Notations pour piano (1945)
Luigi Nono (1924-1990): Djamila Boupachà aus «Canti di vita e d’amore» für Sopran solo (1962) René Wohlhauser (*1954):
Mera gor nit für Sopran und Bariton (2013), auf ein Gedicht des Komponisten
Trio für Flöte, Klarinette und Klavier Nr. 2 (2025), Uraufführung
«Marapró», Duo für Violine und Klavier Nr. 1 (2017/2018)

Gläserne Nacht für Sopran, Baßflöte, Baßklarinette und Violoncello (2025), auf ein Gedicht des Komponisten, Uraufführung

Duo für Violine und Violoncello Nr. 2 (2025), Uraufführung

Trio für Flöte, Klarinette und Violoncello Nr. 1 (2016)

• Im Kreislauf der Dinge für Sopran, Bariton, Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello (2025), auf ein Gedicht des Komponisten, Uraufführung


Ensemble Polysono:

Christine Simolka, Sopran

Isabelle Meraner, Flöte

Cássio Braga da Costa, Klarinette

Ruth Ten, Violine

Ken Kaneda, Violoncello

René Wohlhauser, Bariton, Klavier, Leitung

Biographien Ensemble Polysono

Christine Simolka, Sopran

In Lörrach geboren, absolvierte sie eine achtjährige private Gesangsausbildung bei Nicole Andrich und Raymond Henn in Basel. Daneben besuchte sie zahlreiche Kurse, u.a. bei Kurt Widmer, Andreas Scholl, Hanno Müller-Brachmann und Bobby McFerrin, sowie Opernkurse an der Musik-Akademie Basel. Weiterführende Studien bei Marianne Schuppe und Robert Koller. Regelmäßige internationale Konzerttätigkeit. Christine Simolka pflegt zusammen mit dem Liedbegleiter René Wohlhauser ein breites Repertoire. Nebst Liedern und Arien aus Barock, Klassik und Romantik singt sie hauptsächlich zeitgenössische Musik (u.a. Berio, Henze, Holliger, Rihm, Ferneyhough, Wohlhauser). Als Mitglied des Duos „Christine Simolka, Sopran, und René Wohlhauser, Bariton und Klavier“ und des „Ensembles Polysono“ unternimmt sie jedes Jahr Tourneen durch verschiedene Städte Europas (u.a. Paris, Stuttgart, Hamburg, München, Berlin). Sie hat schon über hundert Uraufführungen und zahlreiche nationale Erstaufführungen auf die Bühne gebracht. Viele Kompositionen wurden ihr gewidmet. Ihre Arbeit ist mittlerweile auf zehn CDs und durch viele Radioaufnahmen von Schweizer Radio SRF 2 Kultur, Südwestrundfunk und Bayerischem Rundfunk dokumentiert worden. Auf YouTube ist sie in über 250 Aufnahmen zu hören.

Isabelle Meraner, Flöte

Isabelle Meraner ist Flötistin und interdisziplinär schaffende Künstlerin. Momentan spezialisiert sie sich an der Hochschule für Musik Basel auf zeitgenössische Performance. Zuvor hat sie bei Pirmin Grehl ihren Bachelor in klassischer Musik an der Hochschule Luzern abgeschlossen. In ihrem Studium wird sie von Susanne Peters, Sarah Maria Sun, Yaron Deutsch, Marcus Weiss und Mike Svoboda ausgebildet. Innerhalb diverser Formate nahm sie außerdem Unterricht bei Patricia Kopatchinskaja, Paolo Taballione, Eric Lamb, Julie Beauvais, Magda Mayas, Julian Sartorius und Chiara Tonelli. In unterschiedlichen Formationen spielte Isabelle Meraner auf Festivals wie dem Lucerne Festival, dem Musica Festival Strasbourg, der Gustav Mahler Academy, dem Bolzano Festival Bozen und dem Musica Riva Festival. Im Frühjahr 2024 war sie Teil der Fromm Residency an der Harvard University.

Cássio Braga da Costa

Cássio Braga da Costa begann sein Klarinettenstudium 2009 im Alter von 16 Jahren in der Blaskapelle seines Heimatdorfes in Brasilien. Die ersten fünf Jahre seiner Instrumentalpraxis waren autodidaktisch, was seine Karriere recht ungewöhnlich macht. Anschließend trat er in das akademische Leben am Regionalkonservatorium von Lyon in Frankreich ein, wo er in der Klasse von Professor Pascal Moraguès seinen Eintritt in die Haute École de Musique de Lausanne vorbereiten konnte. Er trat mit verschiedenen Orchestern und Kammermusikgruppen auf, darunter dem Ceará State University Orchestra in Fortaleza und der Sinfonietta Zürich. 2014 gewann er einen Wettbewerb in Brasilien und den Preis eines einjährigen akademischen Stipendiums in Frankreich. Nach seinem Abschluss in Pädagogik an der Haute École de Musique de Lausanne im Jahr 2022 nimmt das Unterrichten der Klarinette einen wesentlichen Platz in seinem Leben als Musiker ein. Cássio macht derzeit seinen zweiten Master im Fach Performance in der Klasse von Professor François Benda an der Musikhochschule Basel.

Ruth Ten, Violine
Ruth Ten wurde in St. Petersburg in Rußland geboren. Sie begann mit sieben Jahren, Violine am Rimsky-Korsakov Konservatorium in St. Petersburg zu studieren. Während ihrer Studienzeit nahm sie an verschiedenen Wettbewerben teil (2013: 3. Preisträgerin am int. „Crescendo“-Wettbewerb in Genf; 2016: 1. Preis am Wettbewerb „Window to Europe“ in St.Petersburg). Ruth nahm an sehr vielen Master Classes teil, u.a. bei Barbara Doll, Gigory Kalinovsky, Vadim Gluzman und Zakhar Bron. Sie spielte in sehr vielen verschiedenen Orchestern, u. a. im Synergy Orchester St. Petersburg. Seit dem Beginn ihres Studium an der Basler Musikhochschule spielte sie in verschiedenen dortigen Orchester- und Ensembleprojekten mit, u.a. unter der Leitung von Heinz Holliger.

Ken Kaneda, Violoncello

Ken Kaneda wurde 2004 in Tokio geboren und verbrachte viele Jahre in Moskau, wo er lebte und studierte. Die Erfahrung verschiedener kultureller Umfelder prägt seine musikalische Identität und seinen Bühnenansatz. Ken Kaneda ist Künstler der Schweizer Marke MoreThanClassic, Mitglied der Ensembles CHAARTS und Empyrean Orchestra sowie offizieller D’Addario Artist. Seit 2026 ist er Mitglied des POLYSONO Ensembles und des WITZ Quartet und ist regelmäßig in Kammermusiksälen in der Schweiz, Deutschland und Japan zu hören. Er ist Preisträger des Grunewald International Competition (Berlin), Empfänger des Hans Schaeuble Award 2025, Solist des Zurich Empyrean Symphony Orchestra und Mitglied der Tokyo International Musicians Association. Kritiker (u. a. David Geringas) würdigen seine Auftritte als eine „seltene Verbindung von interpretatorischer Tiefe, bühnensicherem Auftreten und einem kraftvollen Klang, der den Raum sofort erfüllt“. Er schließt derzeit sein Studium in der Klasse von Danjulo Ishizaka an der Musikhochschule Basel ab.

René Wohlhauser, Komposition, Bariton, Klavier und Leitung

In Zürich geboren und in Brienz aufgewachsen, ist er ein sehr vielseitiger Musiker und einer der produktivsten, wichtigsten und meistaufgeführten Komponisten seiner Generation, der mit einem stilistisch breiten Spektrum in verschiedenen Sparten ein sehr umfangreiches kompositorisches Werk geschaffen hat, das inzwischen über 2200 Werknummern umfaßt und das jährlich über 100 gut besuchte Aufführungen erfährt. Erfahrungen als Rock- und Jazzmusiker. Hauptsächlich Komponist zeitgenössischer Kunstmusik (u.a. Kammermusik-, Orchester- und Bühnenwerke). Ausbildung an der Musikhochschule Basel (Komposition bei Jacques Wildberger). Anschließend Kompositionsstudien bei Klaus Huber und Brian Ferneyhough. Kompositionskurse bei Kazimierz Serocki, Mauricio Kagel, Herbert Brün und Heinz Holliger. Weiterführende Klavierstudien bei Stéphane Reymond und Gesangsstudien bei David Wohnlich und Robert Koller. Zahlreiche Aufführungen im In- und Ausland, so u.a. Schauspielhaus Berlin, Nôtre-Dame-de-Paris, Tokyo, Rom, St. Petersburg, sowie an Festivals wie Darmstadt, Odessa, Zürich, Sofia, Cardiff. Viele internationale Kompositionspreise, u.a. Valentino Bucchi, Rom (1978), Domkapitel Salzburg (1987), Kranichsteiner Stipendienpreis der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt (1988), Ostschweizer Stiftung für Musik und Theater (1990), Förderpreis Luzern (1991), Gesellschaft für musikpädagogische Forschung, Zürich (1992), Swiss Radio International (1996), Förderpreis Basel-Landschaft (1998). 2004 Uraufführung der Oper „Gantenbein“ am Luzerner Theater. Tourneen mit dem «Duo Simolka-Wohlhauser» und dem eigenen «Ensemble Polysono» in Europa. Seit 2013 Beginn der CD-Edition „Wohlhauser Edition“ beim Label NEOS (insgesamt bereits 13 Porträt-CDs). Über 400 Videos bzw. über 520 verschiedene Kompositionen auf YouTube. Gastdozent für Komposition u.a. an den Int. Ferienkursen Darmstadt. Vortragstätigkeiten, Publikationen u.a. in: „MusikTexte“ Köln, „Neue Zürcher Zeitung“, „Darmstädter Beiträge zur Neuen Musik“, „New Music and Aesthetics in the 21st Century“, sowie sein Buch „Aphorismen zur Musik“. Unterrichtete bis 2019 Komposition, Musiktheorie und Improvisation an der Musikakademie Basel (und bis 1991 an der Musikhochschule Luzern) sowie weiterhin als Professor an der Kalaidos Musikhochschule. Gründer und Leiter des Ensembles Polysono. Seine Werke sind bei der Schweizer Musikedition verlegt. www.renewohlhauser.com

Die existenzielle Triebkraft der Musik Ensemble Polysono