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Aus der Tiefe | l'art pour l'aare


Freitag, 16 Okt. 2020 - 20:00 Uhr


Le Cap


Aus der Tiefe ist ein uralter religiöser und existenzieller Topos, der auf Psalm 130 zurückgeht: Aus der Tiefe rufe ich Herr zu Dir. Als Aufforderung zum Hören und als Bekenntnis zur Hoffnung enthält De Profundis zugleich musikalische wie allgemein menschliche Aspekte, die von Komponist*innen vom Barock bis heute auf unterschiedlichste Weise verarbeitet worden sind.

Aus der Tiefe ist ein uralter religiöser und existenzieller Topos, der auf Psalm 130 zurückgeht: Aus der Tiefe rufe ich Herr zu Dir. Als Aufforderung zum Hören und als Bekenntnis zur Hoffnung enthält De Profundis zugleich musikalische wie allgemein menschliche Aspekte, die von Komponist*innen vom Barock bis heute auf unterschiedlichste Weise verarbeitet worden sind.

In unserem Programm erstreckt sich die De Profundis-Thematik von Jean-Luc Darbellays eruptiver Vulkan-Komposition Dolmar(ein vulkanischer Berg in Thüringen) über die brodelnde Energie seelischer Archetypen in Nicolaus A. Hubers neuem Klavierstück ALGOL bis zu den stimmlosen Rufen ohnmächtiger Menschen, denen die philippinische Komponistin Feliz Anne Reyes Macahis in out of the depths eine klagend-anklagende Stimme verleiht: „So sehr es meine eigenen Kämpfe widerspiegelt, so beabsichtigt es, von gemeinsamer Furcht, Misstrauen und stimmlosen Rufen von Menschen zu sprechen, die keine Mittel und Macht haben, gehört zu werden."

Aus den tiefsten Tönen von Fagott und Bassklarinette, die bis in die höchsten Registerlagen steigen, stimmt Wolfgang Motz in De Profundis einen Gesang der Sehnsucht und Hoffnung an. Hans Eugen Frischknechts Quintett hingegen mündet in einen Schlussteil, der einen Rahmen aus Flageolett-Tönen der Violine und Ponticello-Tönen des Cellos setzt, in welchen die anderen Instrumente kurze Episoden einfließen lassen.

Und verschiedene Bewegungsformen in unterschiedlichsten Dauern bilden den Ausgangspunkt von Max E. Kellers neuem, für Aventure geschriebenen Werk stillstehen, aufsteigen, improvisieren (UA). Mit einer langen, vielfach überlagerten und teils extrem langsamen Wellenbewegung um eine einzige Tonhöhe beginnt das Werk: stillstehend und doch bewegt, wie ein vergeblicher Versuch aufzusteigen. Dann Aufwärtsbewegungen verschiedener Art und improvisierende Formen, frei wuchernd, anarchisch, ohne vorformenden Plan, quasi das ungezähmte Leben.

Lart Pour L Aar Bern 16 Okt 2020 Ensemble Aventure Red

Das Ensemble Aventure, 1986 in Freiburg gegründet, zählt zu den ältesten und bedeutendsten Ensembles für neue Musik in Europa. Mit seiner renommierten Freiburger Konzertreihe, seinen intensiven Kontakten zu KomponistInnen weltweit, zahlreichen Kompositionsaufträgen, Hunderten von Uraufführungen, internationa-len Konzertauftritten, etwa 20 CDs und etlichen Publikationen zur Vermittlung neuer Musik hat Aventure das Musikschaffen der Gegenwart maßgeblich mitgeprägt und einem breiten Publikum nahe gebracht. Das Reper-toire des Ensembles erstreckt sich von der Zweiten Wiener Schule und der amerikanischen Avantgarde über Dada, Fluxus, Konzeptkunst, kritischem Komponieren und der Avantgarde Darmstädter Provenienz bis jünge-ren KomponistInnen der neuen Musik in Lateinamerika, Israel und Palästina.


Dolmar (2000) für Bassklarinette, Violoncello und Klavier

Jean-Luc Darbellay (1946)


BACH (2008, rev. 2012) für Fagott solo

Jean-Luc Darbellay (1946)


De Profundis (2011) für Fagott, Bassklarinette und große Trommel

Wolfgang Motz (1952)


out of the depths (2017) für Klarinette, Fagott, Klavier und Violoncello

Feliz Anne Reyes Macahis (1987)


Quintett (1999) für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier

Hans Eugen Frischknecht (1939)


ALGOL (2019) Nachspiel zu "AION" (1968), Klavier (mit Luftzeichnung & Maultrommel)

Nicolaus A. Huber (1939)


stillstehen, aufsteigen, improvisieren (2020) für Ensemble (UA)

Max E. Keller (1947)


Ensemble Aventure

Flöte - Keiko Murakami


Klarinette - Andrea Nagy


Wolfgang Rüdiger - Wolfgang Rüdiger


Klavier - Akiko Okabe


Violine - Friedemann Treiber


Violoncello - Ellen Fallowfiel